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vom dresscode des respektes

ich war letzten sonntag in der kirche.

meine cousine hatte ihre firmung.

 

der ort war sehr reich. wohl weltweit berühmt dafür.
die gäste extravagant. was wohl auch auf die einheimischen schon abzufärben scheint.
man gibt sich gerne extraordinär.

die kirche hatte platz für viele leute und war dann auch sehr voll. schliesslich waren es etwa gleich drei jahrgänge die hier firmung hatten, die umliegenden dörfer gleich miteingeschlossen.

 

die gesellschaft in der kirche war dann auch recht speziell.

die männer waren fast aussliesslich in schale mit hochgeknöpfter kravatte, die frauen allerdings, gaben sich künstlerisch.

kurze röcke, ein hauch von kleidung, oft schulterfrei und absätze mit denen sie wahrscheinlich wochenlang gehen über mussten.

obwohl der ort sehr hoch liegt, gemessen mit dem klima hier war es dort vielleicht erst februar oder märz.

trotzdem zeigten sie kein anzeichen der kälte.

 

und als danach nach der kirche draussen beim apèro, ein kalter regen einsetzte, gaben sich die herren galant. zogen von irgendwoher einen (meist schwarzen) regenschirm und schützten ihre dame.

 

doch es war nicht so fein.
es war eine kirche, es gab durchaus auch leute, denen das mehr bedeutete, die sich wohl etwas beleidigt fühlten.
denen die kirche für solch kurze röcke wohl zu viel bedeutete.

die es störte, wenn immer wieder von irgendwoher klingeltöne zu vernehmen waren, wenn lautstark schuhe verglichen wurden und über haarentfernung geredet wurden.

denen dieser ort ruhe darstellen sollte. besonnenheit.

 

eine frau vor mir, war ganz extravagant. sie war wohl etwa zwischen 40 und 60 Jahre alt. mit chirurgischen techniken ist dies immer schwieriger zu sagen. ihre haut jedenfalls sahen recht alt aus.
sie trug einen hauch von kleid, der mancherorts nur ein netzchen war und unter dem po auch gleich schon aufhörte.
hatte grosse blonde locken, einen aufgeschminkten schmollmund und eine rosabrille, mit denen sie abwechselnd spielte.

 

gleich anfangs klärte der pfarrer die leute in aller selbstverständlichkeit über regeln in der kirche auf.
man solle das natel abschalten, nicht rauchen,  nicht schnupfen, nicht essen und so. es folgten noch weitere anweisungen, die dann doch nicht befolgt wurden.

 

 

ich würde nicht sagen, dass ich sehr religiös bin.

nein, deswegen störte mich dies nicht.

es war mehr der respekt, den man meiner meinung nach anderen entgegenbringen sollte.

jenen, denen die kirche wirklich noch etwas bedeutet.

16.6.08 16:15
 


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bisher 9 Kommentar(e)     TrackBack-URL


flo / Website (16.6.08 21:50)
wahnsinn! bei euch in der kirche geht´s zu.
ich denke, bei uns in den kirchen herrscht noch respekt und ein hauch von feierlickeit. zumindest habe ich nie anderes kennen gelernt.
dabei: manchmal ist es auch recht lustig in der kirche, wenn lustige pfarrer da sind.

einer hat einmal die kirchengemeinde auf dem arm genommen:
er sagte an irgendeiner [gar nicht vorgesehenen]stelle: 'im namen des vaters, des sohnes und des heiligen geistes, amen' und natuerlich bekreuzigten sich alle leute in der kirche und noch waehrend sie das machten sagte der pfarrer: 'also gut, mach´ ´ma weiter'.
'


flo / Website (16.6.08 21:52)
ach ja: und ich mag riten manchmal.
und ich wuerde kirchen bestimmt missen, wuerde es sie nicht mehr geben.
dabei: ich glaube zwar, ein halbwegs guter christ zu sein, aber ich glaube gar nicht an die ganzen sachen, welche die kirche predigt [ich glaube, in einer derart aufgeklaerten zeit wie heute ist das auch sehr schwierig].
aber ich kann nicht behaupten, dass ich ganz und gar nicht an eine art gott glaube. vielleicht fehlt mir nur die definition von 'gott'.


sternakind (16.6.08 22:19)
vielleicht ist es aber auch gerade gut, dass viele nicht mehr so wahnsinnig intensiv glauben.
ich glaube dies ist der erste schritt zu einem respektvollen zusammenleben und auch zur akzeptanz von anderen.


flo / Website (16.6.08 22:22)
hmja. aber das eine schliesst das andere nicht unbedingt aus.

ich glaube, die neu 'religion' heist 'wirtschaft'


sternakind (16.6.08 22:26)
ich dachte an die grausamen dinge, die alle schon im namen der religion verrichtet wurden. auch (oder gerade erst recht) im namen des christentums.

ja, die wirtschaft ist jetzt nicht besser und die globalisierung sorgt dafür, dass diese grausamkeiten anhalten.


flo / Website (16.6.08 22:30)
stimmt. aber es kann nicht verboten, gescheiter zu werden.
die kirche ist zeit- und ortweise zwar noch immer sehr verkorkst, aber man kann sie doch nicht mehr mit zum beispiel zeiten der inquisition verlgeichen.

leute veraendern sich. auch leute der kirche.


sternakind (16.6.08 22:35)
allerdings, da hast du recht.
mein bild über die kirche ändert sich zur zeit gerade ziemlich.
seit vorletzter woche.


flo / Website (16.6.08 22:41)
wohingehend?


sternakind (16.6.08 22:49)
nun, das werde ich erst sehen müssen.
ich bin gerade erst am erfahren, wieviel mir die kirche bedeutet.

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